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Doppelleben - Helmut Böttiger#Thomas Combrink
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Helmut Böttiger#Thomas Combrink:

Doppelleben - neues Buch

ISBN: 9783835304338

ID: 116506412

Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, dass es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Hass, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände; ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers ´´Wandlung´´ vertretenen - verpufften; das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die ´´Heile Welt´´ Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: ´´Die Schuld ist ausgeweint´´. In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen ´´Formalismus´´ und ´´Kosmopolitismus´´ war in Deutschland durch die ´´Blut und Boden´´-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der ´´Inneren Emigration´´, des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die ´´Junge Generation´´ um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der ´´Außenseiter´´. Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen ´´Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland´´. Die erste umfassende Darstellung des literarischen Lebens in der Bundesrepublik und der DDR nach 1945: ein Standardwerk Buch (dtsch.) Bücher, Wallstein Verlag

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Doppelleben - Helmut Böttiger#Thomas Combrink
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Helmut Böttiger#Thomas Combrink:

Doppelleben - neues Buch

ISBN: 9783835304338

ID: b719145acacc4445e7d8419751613f8d

Die erste umfassende Darstellung des literarischen Lebens in der Bundesrepublik und der DDR nach 1945: ein Standardwerk Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, dass es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Hass, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände; ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers "Wandlung" vertretenen - verpufften; das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die "Heile Welt" Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: "Die Schuld ist ausgeweint". In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen "Formalismus" und "Kosmopolitismus" war in Deutschland durch die "Blut und Boden"-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der "Inneren Emigration", des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die "Junge Generation" um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der "Außenseiter". Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen "Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland". Bücher 978-3-8353-0433-8, Wallstein Verlag

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Doppelleben - Helmut Böttiger
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Helmut Böttiger:
Doppelleben - Taschenbuch

ISBN: 9783835304338

[ED: Taschenbuch], [PU: Wallstein Verlag GmbH], Neuware - Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, dass es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Hass, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers 'Wandlung' vertretenen - verpufften das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die 'Heile Welt' Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: 'Die Schuld ist ausgeweint'. In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen 'Formalismus' und 'Kosmopolitismus' war in Deutschland durch die 'Blut und Boden'-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der 'Inneren Emigration', des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die 'Junge Generation' um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der 'Außenseiter'. Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen 'Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland'. -, [SC: 0.00], Neuware, gewerbliches Angebot, 246x162x69 mm, [GW: 2108g]

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Doppelleben - Helmut Böttiger
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ISBN: 9783835304338

[ED: Taschenbuch], [PU: Wallstein Verlag GmbH], Neuware - Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, daß es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Haß, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers 'Wandlung' vertretenen - verpufften das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die 'Heile Welt' Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: 'Die Schuld ist ausgeweint'. In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen 'Formalismus' und 'Kosmopolitismus' war in Deutschland durch die 'Blut und Boden'-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der 'Inneren Emigration', des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die 'Junge Generation' um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der 'Außenseiter'. Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen 'Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland'., [SC: 0.00], Neuware, gewerbliches Angebot, 246x162x69 mm, [GW: 2108g]

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[ED: Taschenbuch], [PU: Wallstein Verlag GmbH], Neuware - Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, daß es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Haß, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers 'Wandlung' vertretenen - verpufften das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die 'Heile Welt' Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: 'Die Schuld ist ausgeweint'. In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen 'Formalismus' und 'Kosmopolitismus' war in Deutschland durch die 'Blut und Boden'-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der 'Inneren Emigration', des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die 'Junge Generation' um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der 'Außenseiter'. Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen 'Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland'., [SC: 2.95], Neuware, gewerbliches Angebot, 246x162x69 mm, [GW: 2108g]

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Doppelleben
Autor:

Helmut Böttiger

Titel:

Doppelleben

ISBN-Nummer:

9783835304338

Literaturfunktionäre wie Kasimir Edschmid oder Frank Thiess, die in den ersten Jahren nach 1945 die Diskussion bestimmten, sind heute vergessen. Sie stehen für eine fast bruchlose Kontinuität zur Zeit des Nationalsozialismus: völkisch, opportunistisch, möchtegern-elitär. Schaut man sich die damalige Szenerie in Deutschland genauer an, so wird kenntlich, daß es kaum jemanden gab, der an demokratische Traditionen anknüpfte. Der Haß, der einer Symbolfigur wie Thomas Mann entgegenschlug, spricht Bände; ebenso die Tragik Alfred Döblins nach seiner Rückkehr Ende 1945. Auf der anderen Seite vollzieht sich der kometenhafte Wiederaufstieg von Gottfried Benn, der durch seine radikale und elitäre Ästhetik ebenso wie durch seinen stilisierten Solipsismus vielfältige Identifikationsmöglichkeiten bot. Die raren Ansätze selbstbestimmten Denkens - wie die in Dolf Sternbergers "Wandlung" vertretenen - verpufften; das Wirtschaftswunder beförderte eine enorme Verdrängungsleistung. In den Westzonen dominierte eine Natur- und Schicksalsmetaphorik, oft christlich überhöht - die "Heile Welt" Werner Bergengruens wurde zum Programm. Gertrud von le Fort dichtete: "Die Schuld ist ausgeweint". In der Ostzone dagegen wirkten die totalitären Strukturen in anderer Form weiter: Die stalinistische Kampfansage gegen "Formalismus" und "Kosmopolitismus" war in Deutschland durch die "Blut und Boden"-Ideologie bestens vorbereitet worden, und der DDR-Kulturpolitiker Johannes R. Becher erwies sich seinen westdeutschen Kontrahenten K. Edschmid und F. Thiess gegenüber als ebenbürtig. Erstmals werden Materialien zur Gründungsgeschichte der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt veröffentlicht. Sie dokumentieren wie in einem Brennspiegel den Geist der "Inneren Emigration", des Kalten Kriegs und der Bundesrepublik unter Konrad Adenauer - schwierige Ausgangsbedingungen für die "Junge Generation" um die Gruppe 47. Erst Mitte der fünfziger Jahre sind Anzeichen einer Nachkriegsmoderne, sind erste Lockerungsübungen deutlicher erkennbar. Die Ausstellung betont, wie mühsam es war, die von außen ermöglichten demokratischen Strukturen auszufüllen und zu behaupten, und sie zeigt die Leistung der "Außenseiter". Auch zahlreiche Ton- und Filmdokumente vergegenwärtigen "Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland".

Detailangaben zum Buch - Doppelleben


EAN (ISBN-13): 9783835304338
ISBN (ISBN-10): 383530433X
Gebundene Ausgabe
Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 2009
Herausgeber: Wallstein Verlag GmbH
880 Seiten
Gewicht: 2,108 kg
Sprache: ger/Deutsch

Buch in der Datenbank seit 10.05.2007 07:34:56
Buch zuletzt gefunden am 10.11.2016 10:36:09
ISBN/EAN: 9783835304338

ISBN - alternative Schreibweisen:
3-8353-0433-X, 978-3-8353-0433-8

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